Ewige Hochzeit

Passend zum frischen Grün der Bäume hier noch eines meiner Gedichte, das ich selbst mit am liebsten mag. Es ist zugleich eines meiner ältesten, erstmalig erschienen 1995 in der ‚Berliner Morgenpost‘. – Meine Güte, das ist wirklich schon ewig her …

Ewige Hochzeit

(Patricia Strunk) 

Birke und Kiefer –
seit undenklichen Zeiten ein Paar.
Die schlanke Braut, anmutig im weißen Gewand,
der Schleier so zart und ein Kranz aus Laub.
Neben ihr ragt stolz der Bräutigam empor.
Hochgewachsen und stattlich,
umschlingt er zärtlich
seine holde Geliebte.

Ein sanftes Rauschen
erhebt sich, schwillt an:
Die Windharfe wispert das uralte Lied.
Nachtigallen jubilieren,
tragen die Weise in alle Winkel des Waldes.
Süße Düfte berauschen die Sinne.
Raunend bewundern
die Gäste das Hohe Paar.

Das Kleid der Birke raschelt leise,
noch enger schmiegt sie sich an den Geliebten.
Leicht neigt er sein dunkles Haupt
und küßt ihr schimmerndes Haar.
Vom Mondlicht umspielt, im Glanz der Sterne
wiegen sie sich langsam in archaischem Tanz.
Magische Träume, Zauber der Nacht,
schenken die Wahrheit ewiger Liebe,
eine Welt füreinander,
der Zeit entrückt.

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