Das Bad der Aphrodite

Heute war ein in jeder Hinsicht großartiger Tag: das Wetter war traumhaft, so dass ich endlich mal die Jacke(n) ausziehen konnte, und auf dem Programm stand einer der schönsten Teile der Insel.

Die Geburt der Aphrodite

Wir starten mit einem Fotostopp am Felsen der Aphrodite. Wenn man um Mitternacht um den Felsen herumschwimmt, wird man angeblich bei jeder Runde sieben Jahre jünger. Leider können wir das nicht nachprüfen, aber die Aussicht ist auch ganz schön. Die Geschichte des Felsens ist aber noch besser: Die Urgöttin Gaia gebar ihrem Gemahl Uranos stets nur Söhne, obwohl dieser unbedingt eine Tochter wollte. Weil er um seine Macht fürchtete, brachte er alle seine Kinder um. Nur der jüngste Sohne, Chronos, wurde von seiner Mutter versteckt. Als er erwachsen war, wollte er seinen Brüder rächen und entmannte seinen Vater mitten im Liebesakt. Das gute Stück fiel aus dem Himmel ins Meer, gerade bei jenem Felsen in der Nähe von Paphos, und befruchtete den Meeresschaum, dem – welch Ironie – endlich die ersehnte Tochter entstieg. Aphrodite bedeutet denn auch ’schaumgeboren‘.

Wir fahren zum im Archäologischen Park  von Paphos, wo in römischen Mosaiken weitere griechische Sagen verewigt sind, so auch die Geschichte von Theseus und dem Minotaurus inkl. Labyrinth. Leider fehlt seit der Wirtschaftskrise das Geld, um die Stätte zu überdachen, so dass die meisten Mosaiken wieder mit Sand bedeckt werden mussten, um sie zu erhalten.

Die Paulus-Säule, die wir ebenfalls besichtigen, erinnert an die Auspeitschung des Evangelisten und die Christianisierung Zyperns. Der Name der Insel kommt übrigens von cuprum, dem lateinischen Wort für Kupfer. Zypern war das erste Land, in dem Kupfer entdeckt wurde. Es existiert heute noch eine Mine, in der seit 6.000 Jahren ununterbrochen Kupfer abgebaut wird!

Sehr sehenswert sind die sogenannten Königsgräber bei Nea Paphos, tatsächlich eine Nekropole der Ptolemäer, die heute zum UNESCO-Welterbe zählt.

Fisch-Meze und eine traurige Geschichte

Unser Mittag nehmen wir heute in dem Fischerort Latchi ein. Es gibt Fisch-Meze, so etwas wie griechische Tapas. Calamaris, Octopus, Sardinen, Garnelen, Barsch und Dorade. Ich bin kein großer Fischfreund, aber es schmeckt wirklich gut – mit Wein sogar noch besser. ‚Fisch muss schwimmen‘, das wussten schon die Römer.

Das letzte Highlight ist das Naturschutzgebiet Akamas im Nordwesten der Insel. Hier statten wir dem Bad der Aphrodite einen Besuch ab. Das Wasser soll ewige Schönheit bringen, aber natürlich ist es verboten, in das Becken zu steigen. Es wird einem auch nie etwas gegönnt. Aphrodite soll sich in der romantischen Grotte übrigens mit ihrem Geliebten Adonis vergnügt haben, bis ihre Rivalin Persephone die Liaison Aphrodites Ehemann Hephaistos hinterbrachte und dieser seinen Nebenbuhler von einem Eber töten ließ. Aus Adonis‘ Blut entsprang das nach ihm benannte rote Röschen, das immer in Verbindung mit weißen Anemonen blüht, den Tränen der Aphrodite.

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