Verschneite Hänge und ein goldenes Mikrofon

Schon geht der Urlaub zuende. Wie schnell die Woche wieder vergangen ist!

Unser letzer Ausflug führt uns ins westliche Troodosgebirge. Die Sonne scheint und es ist warm. Die Landschaft ist malerisch und weniger schroff. Hier findet sich endlich auch der ersehnte Wald aus Zedern, (Schwarz)Kiefern, buschartigen Goldeichen und Erdbeerbäumen. In diesem Teil des Gebirges verbrachten früher auch gekrönte Häupter die Sommermonate, beispielsweise König Farouk von Ägypten. Während der Kriege in Nahost waren auch viele Libanesen und Scheichs aus den Emiraten hier. Unsere Reiseleiterin erzählt uns, wie sie einmal am Strand zwei Frauen in eine Unterhaltung vertieft sah: eine Muslimin mit Burka und eine Europäerin im Badehöschen oben ohne!

Morgens Ski fahren, abends baden

Auf Zypern ist das tatsächlich möglich, wie wir heute fasziniert, aber etwas enttäuscht feststellen. Wir haben uns auf unsere Wanderung auf dem Plano Platres gefreut, um ein paar Kalorien abzulaufen, aber in 1.800 m Höhe liegt Schnee. Aus der Wanderung wird nichts (das erinnert mich jetzt doch wieder an Island). Dafür sehen wir die Skilifte in Betrieb und sind früher beim Kloster Kykkos, dem reichsten Kloster der Insel. In der Nähe besuchen wir das Grab von Erzbischof Makarios, dem späteren Staatspräsidenten Zyperns. Er wollte oben in den Bergen beigesetzt werden mit Blick auf den besetzten Norden, damit er als erster eine Wiedervereinigung der Insel miterlebt. Von den Engländern als Aufrührer und den Amerikanern und dem Westen als Kommunist verteufelt, wird Makarios von den Zyprioten glühend verehrt, weil er sich stets mit ganzer Kraft für sein Land eingesetzt hat.

Das Kloster Kykkos ist eine wichtige Wallfahrtsstätte des orthodoxen Glaubens, denn hier wird die Ikone der Gottesmutter mit dem Kind verehrt, die von Lukas eigenhändig gemalt werden soll. Sie ist so heilig, dass sie mit Gold und Silber überdeckt wurde, so dass von der Malrei nichts mehr zu sehen ist (außerdem hätte die Malerei den vielen Küssen der Gläubigen nicht standgehalten). Das Geld investiert das Kloster in soziale Projekte, aber auch in Pracht und Prunk. Die Kirche und die Innenhöfe des Kloster sind zugegeben fantastisch: jede Wand ist bemalt oder mit einem Mosaik geschmückt, die Altarlampen sind aus reinem Gold und mit Edelsteinen verziert. Der Abt besitzt neben dem Papst das einzige andere Mikrofon aus reinem Gold!

Beim Kloster gibt es einige Stände, die einheimische Süßigkeiten verkaufen: wir erstehen Pecannüsse, Cashews in Honig (Gott, wie ich das Zeug liebe!), kandierten Ingwer, Nüsse mit Sesam und Johannisbrotsyrup und in Fruchtsaft gelierte Mandeln. Marzipan und Honig haben wir schon im letzten Kloster gekauft. Außerdem haben wir noch die Marmelade vom ersten Tag und die beiden Tüten mit den Zitronen. Auweia, das wird eine Schlepperei auf dem Heimflug!

Gegessen habe ich auch viel zu viel. Ob ich das Abendessen wie vorgestern einfach ausfallen lasse? Aber so ein kleines Törtchen passt vielleicht doch noch rein …

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