FaRK 2019 – Teil 2

Weiter geht’s mit meinem Bericht:

Unser erster Tag auf der FaRK. Wir sind schon mächtig gespannt. Allerdings müssen wir von Annikas Zuhause aus erst einmal anderthalb Stunden dorthin fahren und wegen der Veranstaltung ist die direkte Zufahrt gesperrt, was uns zu einem Umweg zwingt. Natürlich verfahren wir uns dabei und landen in einer ehemaligen Bergwerkssiedlung in einer Sackgasse. Schließlich kommen wir aber doch an, und kriegen noch einen „halblegalen“ Parkplatz. Die Location ist das stillgelegte Bergwerk selbst, oder besser gesagt, dessen oberirdische Anlagen. Von der Straße aus wirkt das Areal recht überschaubar, aber das täuscht gewaltig. Wir laden Bücher und Standdekoration auf den Transportwagen und los geht‘s. Da die Straße eine Steigung hat und der Untergrund uneben ist, rutschen die Schächtelchen hin und her. Mit akrobatischem Geschick hindern wir sie am Herunterfallen und erreichen unseren Stand ohne Verluste. Der Aufbau geht gemeinsam schnell und trotz aller Verzögerungen sind wir rechtzeitig fertig, vor allem, weil wir vor Ort noch eine weitere Kollegin begrüßen, die tatkräftig mitanpackt: Norma Feye.

Rebecca will jetzt unbedingt einen Kaffee. Den gibt es aber nicht, jedenfalls nicht um diese Uhrzeit. Vor 10:00 Uhr geht gar nichts. Danach gibt so ziemlich alles, nur keinen Kaffee. Schließlich werden wir im tiefer gelegenen Bereich doch fündig und stellen dabei gleich fest, dass das Gelände wesentlich größer ist, als anfänglich gedacht.

Eine Weile betreuen wir den Stand der Agentur Ashera (ich selbst bin allerdings nur privat mitgekommen), dann machen Rebecca, Florian und ich uns zur ersten Besichtigungstour auf – und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Die Halle, in der die Bücher verkauft werden, ist nur der kleinste Teil des Ganzen. Schon das Gelände selbst ist eine Erkundung wert. Nicht nur die gewaltigen Eisenkonstruktionen beeindrucken, auch wenn ich keine Ahnung habe, wozu sie einst gedient haben. Vor allem hat es mir der Mosesgang angetan, zu dessen beiden Seiten sich thermische Wasserfälle ergießen, das ehemalige Grubenwasser, 32 Grad warm. In den Becken schwimmen winzige Fische mit leuchtend roten und grünen Schwanzflossen. Das Ganze mutet selbst fantastisch an.

Als nächstes treffen wir auf einen ganzen Sturmtrupp aus Star Wars, der sich im Sonnenschein am Wasserbecken dekorativ in Szene setzt. Ich beneide die Darsteller nicht, die in ihren aufwändigen Kostümen bei Temperaturen schmoren, die dem des Grubenwassers nahekommen. Aber überzeugend sehen sie aus. Auf unserem Weg vorbei an stilistisch dem Steampunk, mittelalterlichen Tavernen oder endzeitlichen Spelunken angeglichenen Ständen mit Essen und Getränken begegnen uns noch viele fantastische und gruselige Gestalten: Zombies, intergalaktische Kopfgeldjäger, Steampunk-Abenteurer und Damen und Herren in viktorianischen Roben. Ein Fest fürs Auge. Vieles ist selbstgemacht, nicht nur die Kostüme, auch die Fahrzeuge. Da gibt es Autos à la Mad Max, Segways in Steampunk-Optik und, und, und. Wir weichen ein paar Zombies aus, streicheln einen Drachen, den zu reiten ich nicht wage, weil ich ein paar Kilo schwerer bin als das durchschnittliche Kind, und drehen zum Abschluss eine Runde durch die große Halle, in der alle Arten von Accessoires aus der Steampunk-Szene angeboten werden. Ich erwerbe einen hübschen Fächer und einige Kleinteile mit Bezug zu Alice im Wunderland. Lässt sich sicher mal verwenden.

Der Tag ist lang und gegen Abend ist mein Nacken vom Stehen und Sitzen auf der Bierbank am Stand so verspannt, dass ich Zahnschmerzen bekomme. Irgendwann reicht es auch den anderen, zumal die Nacht kurz war. Wir warten das Ende der Veranstaltung nicht mehr ab, sondern streichen gegen acht die Segel. Auf dem Heimweg kehren wir kurz bei Subway ein. Rebecca, Annika und Florian haben noch Kraft für eine weitere Spielenacht, aber ich muss passen. Sonst geht Sonntag gar nichts mehr. Kaum im Bett, dämmere ich gleich weg.

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