Nudelsuppe und Kabelgewirr

_MG_2097Nach dem Frühstück besichtigen wir eine weitere Sehenswürdnigkeit Ayutthayas: Thanon Si Sanphet – eine königliche Tempelanlage, deren drei identische Stupas charakteristisch für die sakrale Architektur Thailands sind und oft als Motiv verwendet werden.

Danach machen wir einen kurzen Abstecher zum von den Japanern gesponserten und gebauten Historical Study Center mit Tempelmodellen, einem thailändischen Pfahlhaus in Originalgröße und weiteren Exponaten, die insbesondere den schon internationalen Seehandel Thailands zur Blütezeit Ayutthayas thematisieren.

Jetzt können wir ausgiebig schlafen, denn zum nächsten Ziel – Phimai – fahren wir zweieinhalb Stunden. Unterwegs geraten wir in mehrere heftige Regengüsse. Die Regenzeit ist in diesem Jahr hartnäckig. Beinahe wird dadurch unser Mittagsstopp an einem Obstmarkt vereitelt, doch schließlich erweist sich das als Glück, denn auf diese Weise kommen wir in den Genuss einer schmackhaften Nudelsuppe mit Schweinefleischklößchen, die zusammen mit einer Cola nur 55 Baht kostet, umgerechnet nicht mal 1,40 EUR! Obst gibt es auch zu kaufen. Ich probiere zum ersten Mal Süßsack – eine Frucht, die wie eine Mischung aus Papaya und Lychee schmeckt.

_MG_2140In Phimai, einer von Touristen wenig besuchten Tempelanlage der Khmer, deren Reich sich einst bis nach Thailand, Laos und Myanmar (Burma) erstreckte, scheint die Sonne und die Vorbereitungen für das morgige Loy Krathong Fest (Lichterfest) laufen auf Hochtouren, so dass wir uns unseren Weg durch ein Gewirr aus Kabeln und Lampenhalterungen bahnen müssen. Entschädigt werden wir durch eine Tempeltänzerin, die geduldig für uns posiert.

Es gibt wieder eine schöne Szene aus dem Ramayana mit Affen, die den Tod Lakshmans, Ramas Bruder, beweinen. Außerdem lernen wir das Prinzip der Trikaya oder Drei-Körper-Lehre kennen: danach gibt es drei Welten: die mit den Sinnen wahrnehmbare Welt, die Welt der Form, in der halbstoffliche, begierdelose Götter leben, und die Welt der Nicht-Form, in der körperlose Götter leben. Symbolisiert werden die drei Welten durch abnehmende Ausschmückung bis hin zum völligen Fehlen jeder Verzierung, da die körperlose Welt nicht darstellbar ist, weil wir keine Vorstellung davon besitzen. Ein berühmtes Beispiel einer Darstellung dieser Lehre findet sich auch im Borobodur-Tempel auf Java.

_MG_2160Zum Abschluss des Tages unternehmen wir noch einen Spaziergang durch einen kleinen Wald, der tatsächlich nur ein einziger Baum der Gattung ficus bengalensis ist und sich durch seine Luftwurzeln in rund 350 Jahren vom Baum zum Wäldchen entwickelt hat. Der ursprüngliche Stamm ist unschwer an den unzähligen Stoffbahnen und sonstigen Zeichen der Verehrung zu entdecken, die ihn schmücken.

Gekrönt wird der Abend von Sushi und Garnelen vom Holzkohlengrill.

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