Schreiben und Überarbeiten

Die ersten 150 Seiten von Teil II habe ich Korrektur gelesen bzw. lektoriert und für gut befunden. 😀 Wenn ich mit dem Rest weiterhin so schnell vorankomme, sollte das Buch spätestens zu Ostern in der Betafassung fertig sein, so dass ich es an meine Testleser schicken kann.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich beim nochmaligen Lesen des Textes Lücken zwanglos schließen und Teile einfügen lassen, bei denen ich beim Schreiben der ersten Fassung ergebnislos hin und her überlegt habe, wo ich sie einbauen soll. Oder wie sich quasi von selbst neue Ideen und Handlungsverläufe entwickeln, mit denen ich am Anfang nie gerechnet hätte. Ich habe auch schon erlebt, dass ich Passagen verworfen und später doch in veränderter Form an anderer Stelle wieder eingefügt habe. Wichtig ist auf jeden Fall, erst mal hinzuschreiben, was mir gerade in den Sinn kommt, und nicht lange darüber nachzudenken, ob es gut ist. Das zeigt sich oft erst später. Eigentlich konnte ich bisher immer etwas davon verwenden und wenn es nur die Grundidee war. Aber erst mal muss etwas dastehen, um mit dem Text weiterarbeiten zu können. Damit kann ich nur bestätigen, was ich einmal in einem Schreibratgeber gelesen habe: bei der ersten Fassung den Kritiker in sich  selbst ausschalten und dem kreativen Geist freie Bahn geben. Erst beim Überarbeiten hat der Kritiker dann seinen großen Auftritt. Bei mir lebt er sich auch wirklich immer richtig aus. 🙂 Immerhin komme ich bei Teil II mit zwei bis drei Überarbeitungen aus. Bei Teil I waren es noch sechs.

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2 Gedanken zu “Schreiben und Überarbeiten

  1. Wow, du bist fix! 😀 Bei mir ist es mit dem Überarbeiten genau so, darum erinnert mich Schreiben immer an Puzzeln. Man hat genau das Teil schon 30x versucht an die Stelle zu legen, aber es will nicht passen, und Ewigkeiten später passt es dann an einer anderen Stelle perfekt, wo man es nie vermutet hätte. Peter Handke hatte ein ähnliches Bild in „Die Lehre der Sainte-Victoire“, zwar nicht Schreiben als Puzzeln, aber Mantel, der zusammengeschneidert werden muss. Wenn ein Meister das schon so sieht, kann dieses Vorgehen ja nicht ganz falsch sein 😉

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    1. Das Bild vom Puzzle gefällt mir. Das trifft es genau. Und es ist in der Tat beruhigend zu wissen, dass erfolgreiche Schriftsteller und ‚alte Hasen‘ des Metiers mit denselben Problemen zu kämpfen haben und genauso nach den fehlenden Teilen suchen müssen wie wir.

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