Ein Herbstgedicht von Stefan George

Ich möchte euch noch ein stimmungsvolles Herbstgedicht vorstellen, das nicht nur Gärtnerherzen höher schlagen lässt. Der Lyriker Stefan George (1868-1933) hat damit seinen Zyklus Jahr der Seele eingeleitet.

Komm in den totgesagten park und schau:

Der schimmer ferner lächelnder gestade.

Der reinen wolken unverhofftes blau

Erhellt die weiher und die bunten pfade.

 

Dort nimm das tiefe gelb. Das weiche grau

Von birken und von buchs. Der wind ist lau.

Die späten rosen welkten noch nicht ganz.

Erlese küsse sie und flicht den kranz.

 

Vergiss auch diese letzten astern nicht.

Den purpur um die ranken wilder reben.

Und auch was übrig blieb von grünem leben

Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

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